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Sich als Feminist bekennen und trotzdem ein ganzer Mann bleiben können

Sich als Feminist bekennen und trotzdem ein ganzer Mann bleiben können

Ein richtiger Mann und gleichzeitig ein Feminist zu sein, sei gar nicht so schwer, schreibt ein junger Mann in seinem Blog und zeigt auf, was er darunter versteht. Gerade nach dem Fall Weinstein zeige sich einmal mehr, wie schwer sich Männer mit der Bezeichnung «Feminist» doch tun – und dies ganz ohne Grund.

Gerade nach dem Fall Weinstein zeige sich einmal mehr, wie schwer sich Männer damit tun, sich als Feministen zu bezeichnen und für die Gleichstellung der Geschlechter einzustehen. Dabei ist es doch eigentlich eine reine Frage des Respektes, sich offen für gleiche Rechte und Pflichten einzusetzen. Männer sagen gerne: «Ich bin ja für die Gleichstellung, aber…» und fügen dann Dutzende Gründe an, was eben dagegen spricht, sich dafür einzusetzen. Es hat meistens mit dem «Begriff» und der Vorstellung von «DER Feministin» an sich zu tun. Männer haben Angst, des Sexismus verdächtigt zu werden, «weil es schon manchmal kompliziert ist mit der Gleichberechtigung», wie der junge Blogger schreibt.

Wie soll sich also ein Mann noch die «Männlichkeit» erhalten, wenn er sich als Feminist öffentlich bekennt? Als Mann habe man in der Gegenwart von Frauen angeblich nichts mehr zu sagen und dürfe, vor lauter Angst, des Sexismus verdächtigt zu werden, bald gar nichts mehr tun, was ein- oder eben auch zweideutig ausgelegt werden kann. Wenn also ein Mann einem anderen Mann eröffnet, er sei Feminist, muss er mit Debatten rechnen und möglicherweise Rechenschaft darüber ablegen, dass er als Mann trotzdem nicht in einer Krise steckt.

Auch die Hashtags #metoo und #MeToo, verunsichern viele Männer, obwohl diese schon gar nicht als Anklagepunkt für die ganze männliche Gesellschaft gedacht sind, sondern zum Nachdenken, Hinschauen und Handeln anregen sollen. Der Hashtag #metoomen zeigt zudem deutlich auf, wie Übergriffe und Anzüglichkeiten bei beiden Geschlechtern verbreitet sind. Es sind nicht alle Männer Sexisten, wie ebenfalls die Frauen nicht grossmehrheitlich Sexistinnen sind. Einzelfälle sind aber die Übergriffe dennoch keine. «Das Problem ist die männerdominierte Kultur, die Tätern das Gefühl gibt, eine Art Besitzanspruch auf weibliche Körper zu haben», schreibt der Blogger.

Dieser Anspruch äussere sich manchmal aggressiv und offensichtlich unterdrückend, aber auch subtiler, etwa im Glauben, dass einem das Gegenüber etwas schuldig sei. Hinzu kämen Scham, Schuldgefühle und Angst, die es den Opfern schwer machten, Täter/innen anzuklagen. Was ist also mit der Gesellschaft los? Wie kann die Kultur geändert werden, um Übergriffe zu verhindern oder wenigstens hart zu bestrafen? «Wer Gleichheit will, muss Privilegien aufgeben», ist der junge Blogger überzeugt. Jeder Puzzleteil einer Gesellschaft stehe in der Verantwortung dafür, «doch besonders die Männer». Denn Grund dafür sei die Ungleichbehandlung der Männer und Frauen in Schulen, beim Lohn, oder im Alltag… «Wir sollten auch im Namen von uns selbst und als Menschen, für die Mütter, Töchter und Freundinnen empört sein und eine Gleichheit anstreben, die bedeutet Feminist oder Feministin zu sein», schreibt der junge Mann. Nichts mehr und auch nichts weniger brauche die Gesellschaft.

Bild: Businessinsider     

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