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Alice Boner -ein Leben für die Kunst

Alice Boner -ein Leben für die Kunst

Das Museum Rietberg in Zürich präsentiert im September eine der ungewöhnlichsten und noch wenig bekannten Schweizer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: Alice Boner (1889 – 1981) verbrachte mehr als 40 Jahre ihres Lebens in der indischen Stadt Varanasi, wo sie als Künstlerin, Mäzenin, Sammlerin und Kunsthistorikerin arbeitete und als vielseitig interessierte Kulturbotschafterin wirkte.

Das Rietberg-Projekt gibt einen faszinierenden Einblick in das facetten- und ereignisreiche Leben einer eigenwilligen, unabhängigen und mutigen Frau, die in zwei Kulturen zu Hause war. Die Spuren Ihrer ungewöhnlichen Geschichte sind noch vielerorts am Museum Rietberg, in Zürich und in Indien lebendig. Die Schweizer Künstlerin ist seit jeher eng mit dem Museum Rietberg verbunden. Von 1913 bis 1919 wohnte sie in der Park-Villa Rieter, danach bewegte sie sich in Künstlerszenen in Zürich und Paris und wanderte 1935 nach Indien, Varanasi, aus.

Eine Eigenproduktion

Die enge Verbundenheit mit dem Museum führte zu der grosszügigen Schenkung ihrer Sammlung indischer Skulpturen und Miniatur-Malereien. Von letzteren werden die schönsten gleichzeitig in einer eigenen Ausstellung in der Park-Villa Rieter gezeigt. Ferner steht im naheliegenden Rieterpark eine Bronzeskulptur von Alice Boner.

Die Ausstellung, eine Eigenproduktion des Museums Rietberg umfasst Fotografien, Skizzen, Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, sowie Auszüge aus ihren Tagebüchern, ihrer Korrespondenz und Manuskripte. Sie bilden zugleich den Abschluss des seit 2010 laufenden Projekts Archiv Alice Boner am Museum Rietberg, das innerhalb von sieben Jahren ihren gesamten Nachlass erfasste und wissenschaftlich aufarbeitete.

Kulturvermittlerin

Mit ihrem Interesse und ihrer Hingabe, mit ihrer Kunst, ihren Publikationen und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern veränderte und förderte Alice Boner das Verständnis und die Bekanntheit indischer Kunst weltweit. Zusammen mit dem indischen Tänzer Uday Shankar trug sie massgeblich zur Wiederbelebung und Weiterentwicklung des indischen Tanzes bei. Fünf Jahre lang leitete sie Shankars erfolgreiche Tanzgruppe.

Nach der Auswanderung nach Indien führte Boner ihre künstlerischen Arbeiten fort. Gleichzeitig setzte sie sich als Kunsthistorikerin, Indologin und Sammlerin wissenschaftlich mit der hinduistischen Bildtradition, beispielsweise Ellora-Höhentempeln auseinander, übersetzte Palmblattmanuskripte und schrieb Arbeiten über indische Tanzformen. Somit wurde sie zu einer wichtigen Kulturvermittlerin.

Zur Ausstellung

Nachdem die von Andrea Kuratli und Johannes Beltz kuratierte Ausstellung unter dem Titel „Alice from Switzerland- A Visionary Artist and Scholar Across Two Continents“ in Mumbai (November 2014 bis Februar 2015) und in New Delhi (von September bis Oktober 2016) zu sehen war, ist sie nun wieder zu Hause im Museum Rietberg.

„Alice Boner in Indien – Ein Leben für die Kunst“. ist chronologisch angelegt-und schliesst die vielfältigen Facetten von Alice Boners Schaffen und Interessen mit ein. Sie reicht von den Ausstellungsräumen im Hauptgebäude Smaragd hin zur Villa Wesendonck, wo Meisterwerke aus Alice Boners Sammlung indischer Skulpturen zu sehen sind.. Ausserdem werden Werke im Rieterpark und an weiteren Standorten in Zürich und Baden gezeigt.

Bild: Eine Ausstellung, die sich jede Ostschweizerin gönnen sollte! zVg Rietberg Museum

Alice Boner (22, Juli 1889 in Legnano, Norditalien geboren, gestorben am 13. April 1981 in Zürich) heimatberechtigt in Chur und Malans, war eine Schweizer Bildhauerin, Fotografin, Indologin, Kunsthistorikerin, Übersetzerin und Sammlerin. Sie war das Kind Schweizer Eltern. Ihr Grossvater mütterlicherseits war der BBC Gründer Charles Brown. Alice studierte von 1907 bis 1911 Malerei und Skulptur in Brüssel, München und bei Carl Burckhardt in Basel. Die Familie zog nach Zürich, wo sie freischaffende Bildhauerin wurde. 1916 stellte das Kunsthaus Zürich ihre Werke aus. 1970 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich. 1974 wurde sie durch den indischen Staatspräsidenten mit dem Padma Bhushan ausgezeichnet.

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