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Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch / Ausstellungsverlängerung in der Ostschweiz und im Vorarlberg

Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch / Ausstellungsverlängerung in der Ostschweiz und im Vorarlberg

Industrielle Heimarbeit war nicht nur im 18. und 19. Jahrhundert, sondern auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein wesentlicher Teil des Wirtschaftssystems. Die Arbeitsform in den eigenen vier Wänden ging im Laufe der Industrialisierung zahlenmässig zurück. Sie wurde jedoch durch die zunehmend automatisierte Fabriksarbeit keineswegs ganz abgelöst, sondern existierte parallel dazu weiter. Heimarbeit war sowohl in den zentralen Talschaften des Landes als auch in entlegenen Ortschaften und Regionen.

Heimarbeit wurde vorwiegend von Frauen ausgeübt. Ihre Tätigkeit war weitgehend unsichtbar. Jeder und jedem war Heimarbeit aus der eigenen Familie oder Nachbarschaft vertraut, doch als berufstätig wurden die Frauen nicht immer wahrgenommen. Die Ausstellung leuchtet das ab 1950 in Vorarlberg jahrzehntelang sehr gut funktionierende Gesamtsystem Heimarbeit aus. Der industrielle Hintergrund und der Arbeitsalltag der Heimabeiterinnen werden genauso berücksichtigt wie die Veränderungen von Rollenvorstellungen und Familienstrukturen.

Während im Stadtmuseum Dornbirn der Fokus auf der Heimarbeit im Rheintal liegt, stellt das Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg (bereits seit 2017) die Bregenzerwälder Zusammenhänge in den Mittelpunkt. In engem Austausch mit dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz entstand in Dornbirn eine Mitmachausstellung, die von den Erinnerungen, Fotos und Objekten ehemaliger Heimarbeiterinnen lebt. Damit erscheint die europäische Industrieregion Rheintal, samt ihren überregionalen Verflechtungen, in einem neuen Licht.

Am Thema Heimarbeit wird sichtbar, wie nachhaltig die Industrialisierung in den letzten 200 Jahren alle Lebensbereiche prägte. Unsere Auffassung von Arbeit und Freizeit, die Entwicklung der Sozialgesetzgebung, unsere Rollenbilder, das Familienleben – alles korrespondiert mit diesem Prozess. In der Ausstellung im Stadtmuseum Dornbirn werden Fragen nach den Vor- und Nachteilen der Produktionsform Heimarbeit genauso gestellt, wie auch die Sicht der Medien auf Heimarbeit der 1980er- und 1990er-Jahren gezeigt wird.

Stickerei interaktiv

Eine Besonderheit der Ausstellung ist die interaktive Wand der Künstlerin Bianca Tschaikner, deren komplexe Technik Walter Ritter vom Forschungszentrum Nutzerzentrierte Technologien der FH Vorarlberg bereitgestellt hat. Damit wird die heimarbeitsintensive Stickereiproduktion für die Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar.

Rahmenprogramm

Ein umfangreiches Rahmenprogramm der Partnerinstitutionen begann bereits Anfang April mit Erzählcafés im Schweizer Rheintal und in Höchst. Es gibt und gab in der Folge verschiedenste Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen Filmabend zur Industrialisierung des Bregenzerwaldes nach 1945, einen Vortrag der Ostschweizer Autorin Jolanda Spirig und einen Vortrag der Wiener Wirtschafts- und Sozialhistorikerin Andrea Komlosy zum Thema “Was ist Arbeit?”- in Bregenz und in St. Gallen im Archiv für Frauen-, Sozial- und Geschlechtergeschichte.

Download Programm unter:

www.stadtmuseum.dornbirn.at

oder

www.heimarbeit-vorarlberg.at

www.heimarbeit-rheintal.ch

 

Angebote für Schulen

Speziell für Schulen und Kindergärten wurde ein Vermittlungsprogramm ausgearbeitet, bei dem sich die älteren Schüler mit der Frage „Was ist Arbeit?“ grundsätzlich auseinandersetzen können. Für jüngere Kinder gibt es die Möglichkeit, sich spielerisch dem Thema zu nähern. Details dazu sind auf der Homepage und im Programmfolder nachzulesen.

Bild: Heimarbeit war beliebt und bildete einen wichtigen Bestandteil für das Einkommen vieler Familien im Vorarlberg und in der Ostschweiz.

Sonderausstellung: Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch
VERLÄNGERT!
Ausstellungsdauer:
19. April 2018 bis 24. Februar 2019
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 – 17 Uhr

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