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Investoren glauben eher an Männer- als an Frauen-Start-ups

Investoren glauben eher an Männer- als an Frauen-Start-ups

Traurig, aber wahr: Eine schwedische Studie belegt, dass Start-ups von Frauen es schwerer haben, Kredite zu bekommen. Start-ups müssen grundsätzlich oft auf Risikokapital ausweichen. Was nämlich fehlt, ist meist das Kapital. Doch dieses ist fast ausschiesslich den Männern vorbehalten – und zwar überall auf der Welt. Um es in Zahlen auszudrücken: Knapp drei Prozent vom Kuchen bekommen Frauen-Start-ups.

Start-ups von Frauen haben es mehrfach schwerer als Start-ups von Männern. Nur ein Bruchteil des Risikokapitals, das nämlich in dem Bereich investiert wird, hilft Frauen-Start-ups auf die Beine. Das zeigt eine Studie des Babson College in Massachusetts, bei der fast 68’000 Start-ups in den USA untersucht wurden, die zwischen 2011 und 2013 Risikokapital bekommen hatten. Demnach sammelten Gründerinnen zwar 1,5 Milliarden Dollar für ihre Geschäftsideen ein, männliche Gründer bekamen aber fast 50 Milliarden Dollar. Somit gingen nur etwa drei Prozent des Kapitals an Start-ups, die von Frauen geführt werden.

Risikokapital ist vor allem für junge Unternehmen wichtig, die häufig keine Kredite bekommen. Sie bieten deshalb meist Anteile ihrer Firma an, um an Kapital zu kommen. Die Investoren hoffen im Gegenzug auf eine hohe Rendite.
Die Studie hat auch gezeigt, dass rein männliche Führungsteams eine viermal höhere Chance haben, an Risikokapital zu kommen als Teams, in denen mindestens eine Frau sitzt.

Dabei waren Start-ups von Männern laut den Forschern nicht etwa erfolgreicher als die von Frauen. Zudem haben nicht deutlich weniger Frauen Firmen gegründet als Männer, wie der Global Entrepreneurship Monitor zeigt. Demnach hatten 2013 etwa elf Prozent der arbeitenden Frauen in den USA ein eigenes Unternehmen gegründet oder geführt. Bei den Männern waren es 16 Prozent.

“Meine Vermutung ist, dass Frauen nicht in den richtigen Netzwerken sind oder dass sie strenger geprüft werden”, sagte Candinda Brush. Sie ist Professorin am Babson College und hat die Studie geleitet. Zudem ist die Branche für Risikokapital in den USA zu 92 Prozent von Männern dominiert, was es Frauen bei der Gründung erschweren könnte, an Geld zu kommen.

Eine Studie von Wissenschaftlern aus Schweden war im Februar zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Sie fanden heraus, dass potenzielle Geldgeber Männer und Frauen unterschiedlich bewerten. Während beispielsweise Enthusiasmus und Jugend bei Männern positiv bewertet wurden, waren Frauen mit denselben Eigenschaften im Nachteil. Sie wurden eher als unerfahren eingeschätzt.

Hier finden Sie die Studie (auf Englisch)!

Bild: journalexpert.de

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