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Sex mit minderjährigen Ehefrauen ist in Indien künftig strafbar

Sex mit minderjährigen Ehefrauen ist in Indien künftig strafbar

Das Oberste Gericht in Neu Delhi hat eine bahnbrechende Entscheidung getroffen: Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen wird nun auch in Ehen als Vergewaltigung gewertet. Die sexuelle Mündigkeit liegt nämlich bei 18 Jahren und jene der Eheschliessung ebenfalls.

In Indien wird künftig der Sex mit einer minderjährigen Frau auch bei verheirateten Paaren als Vergewaltigung angesehen. Das Oberste Gericht des Landes erklärte eine Ausnahme im indischen Gesetz für verfassungswidrig. Im indischen Recht waren verheiratete Paare bisher von dem Straftatbestand der Vergewaltigung ausgenommen: Die Ausnahme regelte bislang, dass ein Mann mit einer Minderjährigen Geschlechtsverkehr haben darf, solange diese mit ihm verheiratet und mindestens 15 Jahre alt ist.

Mit seinem Urteil stellte sich das Gericht gegen die indische Regierung, die die Bestrafung von ehelicher Vergewaltigung als Gefahr für die Institution der Ehe ansieht. In seiner Urteilsbegründung berief sich das Gericht auf die offizielle Altersgrenze für die sexuelle Mündigkeit sowie für Eheschliessungen in Indien, die in beiden Fällen bei 18 Jahren liegt. Mit dem Urteil stärkte das Gericht Indiens zum zweiten Mal binnen weniger Wochen die sexuellen Selbstbestimmungsrechte der InderInnen. Ende August wurde entschieden, dass die sexuelle Orientierung zur Privatsphäre eines Menschen gehöre; dies sei durch die Verfassung geschützt. Zuvor war die muslimische Scheidungspraxis abgeschafft worden.

Der Anwalt Vikram Srivastava, der den Antrag zur Reform des Gesetzes eingereicht hatte, begrüsste die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, da sie minderjährigen Opfern Schutz biete. «Wenn jemand ein Mädchen unter 18 Jahren heiratet und dieses innerhalb eines Jahres Beschwerde wegen nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs einreicht, kann der Ehemann strafrechtlich wegen Vergewaltigung verfolgt werden», sagte Srivastava dem Nachrichtensender NDTV. Bleibt nur zu hoffen, dass die betroffenen Mädchen ihre Rechte wahrnehmen und sich zu wehren wissen.

Bild familien-welt.de: Nach einer Studie der Kinderhilfsorganisation Save the Children werden jedes Jahr weltweit 7,5 Millionen Mädchen frühverheiratet.

In Indien ist Gewalt an Mädchen und Frauen an der Tagesordnung. Trotz verschärfter Gesetze scheint es Indiens Regierung nicht gelingen zu wollen, die Situation unter Kontrolle zu bringen und die Menschenrechte von Frauen und Mädchen zu gewährleisten. Die Mädchen werden schon gleich nach der Geburt zu pflichtgetreuen bis unterwürfigen Dienerinnen für Männer erzogen. Ihr Schicksal bedeutet meist Versklavung, und werden sie Opfer von brutalen Vergewaltigungen, schaut die Polizei meist tatenlos zu. Doch auch in den Schulen sind die Mädchen nicht sicher, denn es sind auch Lehrer, die Mädchen vergewaltigen.  Als die 10-jährigen Mädchen aus einem Internat über Bauchschmerzen klagten, machten die Eltern und die Ärzte eine schreckliche Entdeckung. Die kleinen Mädchen waren schwanger. Elf Mitarbeiter, darunter der Direktor des Internats im Bezirk Buldhana, wurden Ende 2016 wegen angeblicher Vergewaltigung von zehnjährigen Schülerinnen verhaftet.

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