Vadian – ein St. Galler Multitalent

Vadian – ein St. Galler Multitalent

500 Jahre Reformation. Dieses Jubiläum ist besonders im deutschsprachigen Raum in aller Munde. Vor allem Martin Luther, später auch Zwingli und Vadian in der Ostschweiz, waren geistige Motoren. Einblicke in diese bewegte Zeit gaben zahlreiche Veranstaltungen.

Wie man in St. Gallen zum Vadian-Denkmal kommt, das weiss fast jeder.  Denn genau hier ist ein beliebter Treffpunkt, ganz nahe beim Marktplatz gelegen. Aber wer Vadian eigentlich war, ja, da hapert es schon ein wenig. Vadian,  mit bürgerlichen Namen Joachim von Watt, wurde am 29. November 1484 in St. Gallen geboren. Er war ein hochintelligenter und vielseitig begabter Mensch, heute würde man sagen, ein Multitalent.  Er war Arzt, Dichter, Geograf, Historiker, Universitätsrektor, Chorleiter, Familienvater, Ratsherr und Bürgermeister seiner Heimatstadt.  Und später wurde Vadian zum St. Galler Reformator. Die Ideen der Reformation wurden in der gut vernetzten Handelsstadt St. Gallen schnell bekannt und aufmerksam verfolgt. Am Anfang standen 1520 lateinisch geführte Diskussionen innerhalb der Geistlichkeit. Vadian war schon mit dabei. 1524 – 1525 liefen offene Richtungskämpfe. Die konkrete Durchführung der Reformation begann 1526. St. Gallen wurde dadurch definitiv zu einer reformierten Stadt“.

Es gibt zahlreiche Literatur über jene Zeit und zu Vadian selbst. Gerade jetzt, am 28. Oktober wurde  die neue Vadian-Biografie von Rudolf Gamper präsentiert. Aber ein Bilderbuch, das ist neu. Da hat die St. Galler Religionslehrerin  Bettina Schawalder-Frei, wie man so schön sagt, eine Marktlücke entdeckt. Soeben ist ihr Kinder- und Jugendbuch «Vadian» über das Leben und Wirken des Reformators, im Appenzeller Verlag, Schwellbrunn erschienen. Von der äusseren Aufmachung aus gesehen, kommt «Vadian» als Kinderbuch daher. Der Inhalt, beziehungsweise der Text,  entspricht  jedoch eher dem Verständnis von Oberstufenkindern. Auf anschauliche Weise, erzählt Bettina Schawalder-Frei das Leben und Wirken Vadians. Dazu hat sie die jeweiligen Geschichten liebevoll illustriert. Als Vorlage dienten ihr Bilder aus jener Zeit. So konnte sie sich vorstellen, wie die Leute damals gekleidet waren und wie die Stadt St. Gallen aussah. Diese Bilder laden Erwachsene dazu ein, ihren Kindern, die eine oder anderen Vadiangeschichte zu erzählen. Ansonsten eignet sich das Buch  für Kinder und Jugendliche, die sich für  die Reformation in der Ostschweiz interessieren. Aber auch  Erwachsene können  sich gut einen kurzen  Überblick  über die Figur Vadian damit verschaffen.

Bild: Vadian

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