Bündner Wahlen unter dem Motto “Chercher la Femme”

Bündner Wahlen unter dem Motto “Chercher la Femme”

Frauen sind in der Bündner Politik schon jetzt dünn gestreut. Der Anteil der Grossrätinnen ist verschwindend klein. Und nach den Wahlen vom nächsten Wochenende, wird es keine einzige Frau mehr im Bündner Parlament geben. Wo also sind die Frauen geblieben? Die Sendung Cuntrasts hat sich schlau gemacht – und dabei festgestellt, dass es nicht einmal einfach ist, Frauen überhaupt für ein Fernsehinterview zum Thema zu gewinnen.

Ein Blick ins Parlament und der Fall ist klar: Die Bündner Politik ist männlich.

Standesvizepräsidentin ist die Grossrätin undTreuhänderin Tina Gartmann-Albin (SP), Chur. Die Politikerin hält als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission der Stadt Chur wichtige Fäden in der Hand. Von Amtes wegen ist sie auch Mitglied der Präsidentenkonferenz, des Leitungs- und Koordinationsorgans des Grossen Rates. Ebenfalls Mitglied der Präsidentenkonferenz ist Grossrätin Vera Stiffler, Fraktionspräsidentin der FDP.

Verhältnis 5 : 7

Beatrice Baelgia-Brunner (SP) Domat/Ems, Agnes Brandenburger (SVP) Landquart, Christina Bucher-Brini (SP) Chur, Erika Cahenzli-Philipp (SP) Untervaz, Angela Casanova-Maron (FDP) Domat/Ems, Silvia Casutt-Derungs (CVP) Falera, Heidi Claluna (BDP) Sils Maria, Margrit Darms-Landolt (CVP) Schnaus, Andrea Davaz (SVP) Fläsch, Elita Florin-Caluori (CVP) Bonaduz, Brigitta Hitz-Rusch (FDP) Churwalden, Anna Margreth Holzinger-Loretz (FDP) Schiers, Sandra Locher-Benguerel (SP) Chur, Monika Lorez-Meuli (BDP) Hinterrhein, Elisabeth Mani-Heldstab (BDP) Davos Dorf, Cornelia Märchy-Caduff (CVP) Domat/Ems, Nicoletta Noi-Togni (parteilos) San Vittore, Leta Steck-Rauch (FDP) Strada, Gaby Thomann-Frank (FDP) Parsonz, Gabriela Tomaschett-Berther (CVP) Trun, Claudia Troncana-Sauer (FDP) Silvaplana, Martha Widmer-Spreiter (BDP) Chur, sind die weiteren Grossrätinnen des Kantons Graubünden.

Verhältnis: 96 : 24, ca. 1/5 des 120-köpfigen Parlaments.

Die Probleme liegen offensichtlich daran, dass kaum Frauen kandidieren wollen. Legt man ihnen Steine in den Weg? Fühlen sie sich nicht kompetent genug? Oder fehlt bloss das Interesse an der Politik? Die Geister scheiden sich klar.

Wenn sich nun SRF auf die Suche nach den Frauen macht, unter dem Motto „Cherchez la Femme“, kommt jedenfalls Interessantes zutage.

Sehen Sie hier die Sendung „Cuntrasts“, die teilweise in romaischer Sprache, aber dennoch gut verständlich ist!

Hier erfahren Sie, wer kandidiert und am Wahltag die Aktualitäten!

Bild: Chercher la Femme

Cherchez la femme ist eine ins Deutsche übernommene französische Redewendung und heisst so viel wie: Mach die Frau ausfindig! in der Bedeutung: Da steckt eine Frau dahinter! Als Französisch im 19. Jahrhundert noch Bildungssprache war, drang dieser Ausdruck in die gehobene deutsche Konversation.Die Bündnerinnen wenden die Formulierung für die Wahlen an, denn es gilt wirklich gut zu suchen, um in aller Männermacht, Frauen ausfindig zu machen.

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